Von Zeit zu Zeit entsteht in der Recruiting Welt immer mal ein neuer Trend oder ein neuer Hype wird von den Dächern geschrien. Performance Recruiting ist, so denke ich, einer davon. Auf der einen Seite ist es grundsätzlich wünschenswert und absolut richtig, dass sich Recruiting auf die Gegebenheiten des Marktes anpasst und dementsprechend neue Möglichkeiten entwickelt. Auf der anderen Seite ist es immer wieder ein wenig verwunderlich was dann zum Trend auserkoren und gehyped wird. Denn Performance und Recruiting kennen sich doch schon ein gutes Stück länger und sollten nicht erst jetzt zum Trend werden. Wobei Performance Recruiting, so wie ich die aktuelle Diskussion verstehe und die entsprechenden Recruiting Ansätze und Dienstleistungen deute, sich eigentlich aus zwei grundständigen Disziplinen und deren Begrifflichkeiten zusammensetzt.

Performance Marketing

Das wohl zentrale, neue und deswegen auch „trendige“ beim Performance Recruiting ist eben der Begriff Performance. Schaut man sich die Methodik ein wenig genauer an, so kann man recht schnell feststellen, dass man sich hier bei Ansätzen des Performance Marketings bedient. Das ist Grunde überhaupt kein Fehler, denn was in anderen Bereichen gut funktioniert, kann auch im Recruiting, bzw. in HR-Marketing ebenso gut funktionieren. Performance Marketing wird im allgemeinen als digitaler Marketing Ansatz beschrieben, der es zum Ziel hat, eine direkte Reaktion des Nutzers hervorzurufen. Dabei wird zum Beispiel E-Mail-Marketing, Affiliate Marketing, Suchmaschinenmarketing (SEM), Social Media Marketing, Display Marketing oder auch Video Marketing eingesetzt. Ein weiter entscheidender Baustein ist die Nutzung der jeweiligen Netzwerkintelligenz, die neben einem Tracking eben das zielgerichtete Ausspielen des Contents unterstützt. 

Recruiting

Über Recruiting will ich eigentlich gar nicht zu viel schreiben, denn klar ist, wir befinden uns hier eher im Top-Funnel und sprechen über Ansprache-Strategien, die eine hohe Conversion-Orientierung haben. Eine gewisse Vor-Qualifizierung kann in diesem Rahmen vielleicht stattfinden, wir wissen aber alle, dass Recruiting als Ganzes deutlich komplexer und vielseitiger ist.

Performance Recruiting

Kommen wir nun zur Symbiose beider Begriffe und zu einer kurzen, persönlichen und inhaltlichen Bewertung. Ansätze von den Disziplinen des eCommerce oder des online bzw. performanten Marketings ins Recruiting zu integrieren und deren Ansätze zu adaptieren ist nichts Neues. Das machen wir eigentlich schon die letzten Jahre, eigentlich fast schon Jahrzehnte 😀 Performance Recruiting beschreibt also eine Marktbearbeitung, die wir schon seit Jahren betreiben, aber sicherlich keine Revolution, disruptive Innovation oder einen Aufbruch in ein neues Recruiting 5.0 (oder sind wir schon bei 6.0?). Es ist ein Recruiting Ansatz, vielmehr eine Recruiting Methodik, der mit Blick auf ein gesamthaftes Recruiting Portfolio sicherlich eine zentrale Rolle eingeräumt werden kann, aber und so denke ich, nicht die alleinige. Sich dennoch inhaltlich und konzeptionell damit zu beschäftigen ist für die Gestaltung einer schlagkräftigen Recruiting Organisation sinnvoll und ratsam.