Recruiting ist ein richtig schnelllebiges Business. Das fällt erst auf, wenn man mal auf die Recruiting Trends bzw. eher gesagt auf die Recruiting Meta Trends schaut und da genau auf die, die unser Arbeiten und unser Tun komplett ändern sollten – es aber nicht so wirklich getan haben.

Wir sind ja echt immer recht schnell dabei Neues hoch zu loben und als Gamechanger des Recruitings anzupreisen. Mache ich selbst auch gerne, weil Neugier und Versuch der Antrieb für Innovationen im Recruiting sind. Mit der Zeit kamen und gingen dann aber doch so einige Dinge die als wirklich richtungsweisende Technologien und Entwicklungen angepriesen wurden. Nur jetzt hört und sieht man kaum mehr was davon, oder es gibt eine Art „2.0“ von ihnen. Daher ist es mal an der Zeit nachzufragen, was ist eigentlich mit….

Blockchain im Recruiting

So um 2017 war Blockchain die Antwort, wenn es vor allem darum ging Daten sicher aufzubewahren. Für Recruiting war das auch eine spannende Sache, denn es gab viele Ideen rund um die Blockchain: fälschungssichere Lebensläufe, Zeugnisse als kryptografisch verifizierte Token, Referenzchecks direkt innerhalb der Blockchain, anonymisiertes Matching welches Diskriminierung strukturell ausschließt usw. Eigentlich eine echt gute Sache. Nur scheint es so, dass sie weg ist aus der Diskussion, aus den Cases und ich selbst sie nicht mehr wahrnehme. Nutzt das noch jemand im Recruiting? Gibt es die Plattformen noch die damals an den Markt gingen? Oder ist die Blockchain verbaut und im Grunde oftmals schon oft State of the Art?

Augmented Reality im Recruiting

Bei AR im Recruiting gibt es ehrlich gesagt aktuell eine zweite Phase die wir erleben. Es ist ein bisschen wie alter Wein in neuen Schläuchen, denn in der Zeit zwischen 2016-2019 gab es schon einige coole Cases dazu: Daimler hatte AR-Brillen auf Messen, auch die Bahn hatte viele Arbeitsstellen auf eine ähnliche Weise abgebildet und Bayer hatte eine VR-Videoumgebung, wo sie im Interview den Arbeitsplatz mal schnell einblenden konnten. Nice! Auch wir hatten VR in Stellenanzeigen drin und natürlich auf unserem Wimmelbus der so zum Leben erwachte. Das Problem und die Herausforderung damals (wie in großen Teilen auch heute noch) ist die ausnahmslose Verwendung in einer APP oder mit einer Brille. Und genau das hat sich in der heutigen Zeit grundlegend geändert und macht VR wieder zu einem neuen Spielfeld, vor allem auch, weil Social Media Apps und auch Mobiles dies nun problemlos abbilden.

One-Click Bewerbung im Recruiting

Und dann ist da noch das Urgestein schon fast der heilige Gral des Recruiting: Die One-Click Bewerbung. 2012 war es das Ziel einer jeden Recruiting Abteilung die Bewerbungsstrecke auf ein Minimum, also auf einen Click zu reduzieren. Unternehmen haben es versucht und in dieser Phase entstanden auch die „apply with“ Buttons. Die Vision damals ist eigentlich auch die von heute: alle Hürden für eine Bewerbung müssen weg. Die die es umgesetzt haben wurden geflutet (so wie heute von einer KI-Bewerbungsflut berichtet wird) und die One-Click Bewerbung war schneller wieder weg wie sie gekommen war. Jetzt ist zu beobachten, dass es kurze Bewerbungstrecken von Boards zum ATS gibt und auf vielen Seiten Bewerbungsformulare entrümpelt werden.  

Metaverse im Recruiting

So um 2021/2022 war das Metaverse plötzlich das nächste große Ding, das alles verändern sollte: weg von 2D-Bildschirmen, hin zur totalen Immersion. Facebook nannte sich in Meta um und im Recruiting träumten alle von der „virtuellen Karrieremesse 2.0“. Die Idee: Bewerber laufen als Avatare durch digitale Firmenzentralen, schütteln den Recruiter:innn die virtuellen Händen und absolvieren Assessment Center in Spielumgebungen, die eher an Fortnite als an ein Vorstellungsgespräch erinnern. Pioniere wie Accenture bauten mit dem „One Accenture Park“ ganze Onboarding Welten im Metaverse auf, und Firmen wie Samsung oder PwC hielten Recruiting Events in Decentraland oder Roblox ab. Doch 2026 hat Mark Zuckerberg bei Meta die Reißleine gezogen. Das Problem auch hier: Die Menschen wollen schlichtweg nicht stundenlang mit klobigen VR-Brillen in comicartigen Büros sitzen, in denen Avatare keine Beine haben. Das wird auch so im Recruiting sein, obwohl es hier eher Eventcharakter so haben scheint.

Wir sehen wir echt gut, dass das Aufspringen auf einen Hypetrain mitunter recht teuer und intensiv werden kann. Wen eine Recruiting Organisation ein Zielbild aka Recruiting Strategie hat und in sich selbst gefestigt ist, wird sie von vornherein besser entscheiden können welche der Züge einer für sie ist und welcher nicht.

Meine Dienstleistungen

Erfolgreiche Recruiting-Strategien entwickeln

Zukunftsfähige Recruiting-Organisationen müssen innovative und hochwertige Recruiting-Produkte entwickeln und über relevante Kanäle bereitzustellen. Gemeinsam mit Ihnen optimiere ich Ihr Recruiting-Portfolio und Ihre Kanalstrategien und entwickle KPI-Sets zur Messung Ihrer Recruiting-Performance. Da Jobsuchende heute hohe Erwartungen an Unternehmen stellen, helfe ich Ihnen, die richtigen Zielgruppen zu definieren und Ihr Bewerbermanagement zu optimieren, um eine positive Candidate Experience zu schaffen.

Zukunftsfähige Recruiting-Organisationen gestalten

Um in einer Zeit zunehmender Komplexität und Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben, müssen sich Recruiting-Organisationen grundlegend wandeln. Ich unterstütze Sie dabei, ein auf Ihre Organisation abgestimmtes Betriebsmodell zu finden und Ihr Recruiting neu auszurichten.
Dabei verfolge ich das Ziel, Employer Branding, HR-Marketing und Recruiting miteinander zu verzahnen und das Recruiting als strategischen Business Partner im Unternehmen zu etablieren.