Auch wenn es derzeit eine recht unangenehme und nicht berechenbare Zeit für uns alle ist, stehen in manchen Bereichen die Entwicklungen nicht still. Vor allem schreitet der technologische Fortschritt mitsamt der Digitalisierung weiter voran – auch wenn die beiden Bereiche merkbar von pandemischen Einflüssen geprägt sind. Und es tut Not! Denn wenn man sich einmal gesamthaft anschaut, was sich im Recruiting so getan hat, so sind dies meiner Meinung nach Dinge, die zum einen zur Grundausstattung einer gut funktionierenden Recruiting Organisation gehören und zum anderen flexible und gut strukturiere Recruiting Abteilungen aber auch im Stande sein müssten zu leisten. Das Umstellen zu einem digitalen Recruiting und das Durchführen eines digitalen Einstellungsprozesses sowie die inhaltliche Anpassung der Recruiting-Kommunikation auf eine aktuelle Lage sollten in aktiv gesteuerten Einheiten operativ strategische Aufgaben sein und dann auch umgesetzt werden können. Ein Blick was da dann noch kommen könnte, schadet daher vielleicht nicht, weil die Situation, in der wir uns befinden sich ja vielleicht noch ein wenig hinziehen könnte.

Der Gartner-Hype-Cycle 2020

Blicken wir zuerst einmal auf den Gartner Hype Cycle vom letzten Jahr, so fallen in der Tat zwei Dinge recht schnell ins Auge: Es sind fast nur noch AI-Tec, also Technologien, die auf künstlicher Intelligenz beruhen auf dem Graphen zu finden. Und, die Trends lassen sich zu 5 Haupttrends zusammenführen, die allesamt sehr stark von der Pandemie beeinflusst sind – zwei davon nehme ich exemplarisch heraus.

Digital me ist dabei als eine der Störungen zu nennen, die wir sicher in vielen anderen technischen Anwendungen wiederfinden werden – und speziell für das Recruiting wird dies eine sehr spannende und ernstzunehmende Entwicklung sein. Es geht hierbei um die Erschaffung eines digitalen Selbstbildes in Form von z.B. digitalen Pässen oder digitalen Zwillingen. In der Pandemie haben sich die sozialen Distanzierungstechnologien hervorgetan.

Algorithmus Trust wird als ein weiterer Trend genannt, den ich ebenso aufgreifen möchte, denn er spielt auch für das Recruiting eine herausragende Rolle. In dessen Rahmen sollen in die KI-Modelle und KI-Anwendungen vertrauensvolle Algorithmen verankert werden, die Sicherheit und Verlässlichkeit herstellen sollen und damit eben auf User-Seite Vertrauen erzeugen. Dies wird in Bezug auf den Trend Digital.me sicher auch mehr als notwendig sein. 

Strategische Technologien 2021

Um es noch ein wenig konkreter zu machen, möchte in nun noch Trends aus dem aktuellen Gartner Trend Report 2021 herausgreifen. Zudem habe ich mich noch auf einigen anderen Tech-Blogs rumgetrieben und mit der Recruiting-Brille die dort aufgeführten Tech-Trends durchgeschaut und ein paar Weitere mitgebracht, die hinzufügen werde.

Über das Internet of Behaviour (IoB) ist gerade viel zu lesen und die aktuelle Lage beschleunigt seine Durchdringung deutlich. Das IoB ist im Grunde die Weiterentwicklung des IoT, also des Internet of Things auf smarte Gräte des Alltags. Das IoB findet also nicht mehr in Industriehallen statt, sondern bei uns zu Hause in unserem Alltag. Das kritische dabei ist, dass die smarten Geräte nicht nur uns dabei helfen sollen unseren Alltag angenehmer zu gestalten, sie sollen auch explizit (Umgebungs-) Daten sammeln und diese nutzbar machen. Natürlich verbergen sich dahinter viele, sogar sehr viele nützliche und hilfreiche Anwendungen, aber auf der anderen Seite der Medaille steht eben auch der mögliche Missbrauch dieser Daten. Es wird dennoch davon ausgegangen, dass bis 2025 die Hälfte der Weltbevölkerung IoB Geräte nutzten wird.

Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) ist vielleicht schon ein Recruiting Trend Dauerbrenner. Aber vielleicht waren wir einfach zu früh mit den ersten Gehversuchen und die Zielgruppen noch nicht soweit diese Technologie im Kontext Job anzuwenden. Denn im Allgemeinen scheint hier sehr viel Bewegung drin zu sein und es gibt immer mehr Anwendungen, die Zugriffe steigen und somit auch immer mehr Möglichkeiten für Personal-Werbende sich doch nochmal damit auseinander zu setzen.

Die digitalen Zwillinge finde ich aber eine der spannendsten Technologien und würde sie mir auch im Recruiting sehr gut als Szenario vorstellen können. Ein digitaler Zwilling ist quasi eine digitale Abbildung eines realen Objektes in einer virtuellen Umgebung. Angewendet werden digitale Zwillinge vor allem in der Produktentwicklung, was im Grunde ja auch ein logischer Einsatzbereich dafür ist. Aber weitergedacht, könnte man ja auch einen Arbeitsplatz abbilden oder andere Dinge, die für ein Vorstellungsgespräch, ein OnBoarding oder eine Fortbildung wichtig sind. Ich sehe hier echt spannende und auch nachhaltige Möglichkeiten für das Recruiting. 

Wearable Computing ist im Grunde genommen auch einer der Dauerbrenner in den jährlichen Tec-Trend Auflistungen und geht auch nicht mehr weg. Wir wollen uns alle mehr messen, wiegen und mit anderen vergleichen. Dazu benutzen wir eben wir diese mobilen Tracker. Ein anderer Trend ist die modische Richtung. Hier habe ich zum Beispiel noch keine Stellenanzeige gesehen, die für eine Smart-Watch optimiert war. Die Frage wird sein, müssen wir uns Zukunft mehr auf sowas achten?

Diese wenigen und für Recruiting ausgewählten Trends zeigen uns finde ich sehr schön auf, dass wir uns nicht mehr auf ein „Recruiting von der Stange“ verlassen können. Die Pandemie hat zudem gezeigt, wo die Lücken in der Digitalisierung liegen und die Trends zeigen uns wo die Reise in Zukunft so hingehen kann. Denn, auch wenn man Trends blöd, übertreiben oder nicht notwendig findet, die meisten holen einen halt irgendwann ein – und dann ist guter Rat teuer;)

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