Eigentlich ist es mitunter schon verwunderlich, dass wir immer wieder diskutieren, ob wir denn überhaupt irgendwas im Recruiting oder größer gefasst in HR digitalisieren sollen. Ist doch alles gut wie es ist. Leider halt nicht! Denn die Welt, also alles außen rum, um Recruiting und HR entwickelt sich so rasch weiter und das in einer Geschwindigkeit, die man jetzt so langsam selbst aufnehmen sollte. Es darüber schon viel geschrieben, gesprochen und gezeigt worden: die Generationen die jetzt auf die Arbeitsmärkte kommen stellen keine Fragen nach Digitalisierung sondern sie sind gänzlich digital aufgewachsen und nutzen digitale Services ohne über Alternativen nachzudenken. Und dann haben wir da diese KI. Interessant ist, dass wir jetzt wieder über Sinn und Unsinn in HR diskutieren obwohl KI uns in unserem Alltag qausi unmerklich tagtäglich unterstützt. Überlegt einfach mal wie ihr an den Artikel hier gekommen seid und wie das ggf. funktioniert hat. Wieso kann KI nicht einfach so auch in HR und Recruiting arbeiten, still, leise und erfolgreich.

Diese und viele weitere Fragen muss man sich regelmäßig stellen. Dazu gehört auch, dass man sich Informationen und auch Antworten dazu verschafft. Viele Antworten und viel Input liefert ein brandneues Werk, dass vor kurzem die Recruiting-Beststellerlisten zu entern begann: Digitalisierung im Recruiting von Tim Verhoeven. Tim, ein von mir sehr geschätzter Kollege, Gesprächspartner,  digital-und technik-Wissender und auch GinTonic-Vernichter hat sich aufgemacht und den Status Quo der Digitalisierung im Recruiting in seinem Buch zusammengetragen. Und ich freu mich sehr, dass er sich Zeit genommen hat, genau darüber mit mir ein wenig zu sprechen.

Tim, schön, dass du zwischen Daten, Kunden und predigen Zeit findest ein wenig mit mir zu plaudern;) Aber die Stichworte sollen erstmal ein Hinweis sein auf deinen kürzlich Jobwechsel verbunden mit der Frage: Wie geht’s dir denn? #läuft?

Hi Michael, mir geht es sehr gut – ich komme gerade frisch aus einem Kurzurlaub, habe einen neuen, extrem spannenden Job und hatte vor wenigen Wochen das aller erste mal mein Buch in den Händen. Aber zu erst einmal zu meinem Jobwechsel. Ich habe das unglaubliche Privileg, einen Job machen zu dürfen, der mir extrem viel Spaß macht und der meinen Fähigkeiten sehr gut entgegenkommt. Ich darf mich viel mit Daten beschäftigen, viele Präsentationen halten und Arbeitgeber beraten, wie sie datenorientiert erfolgreicher arbeiten können.

Jetzt zu deinem neuen Buch: Digitalisierung im Recruiting. Wann kamst du denn drauf, dass du dieses Buch schreiben willst? Oder war es eher ein musst, weil es ein Gefühl war, es muss Licht ins Dunkel?

Haha – du kennst mich ja mittlerweile schon ganz gut, daher ist die richtige Antwort: Ich wollte das Buch schreiben, weil ich einen sehr starken Drang spürte, dass man diese ganzen gehypten Buzzword-Themen, wie KI, Bots oder Algorithmen sachlich betrachten und erklären sollte.

Aber auch richtig ist: Ich hatte 2016 mein erstes Buch veröffentlicht und dachte damals „den Stress und Aufwand tue ich mir nicht noch einmal an“. Aber irgendwann juckte es wieder in meinen Fingern. Genau wie damals beim Thema Candidate Experience – nur mittlerweile zu den ganzen Digital-Themen im Recruiting.

Cool! Schauen wir mal ein wenig tiefer ins Buch: Hast du es nach Themen sortiert, oder aufgeteilt? Was erwartet uns denn beim Lesen?

Ich habe das Buch so strukturiert, dass es die Leserinnen und Leser langsam hinführt – mit einem allgemeinen Blick auf das Thema Digitalisierung und dann verschiedenen Teilbereichen, die Künstlicher Intelligenz, Bots, Matching etc. Als nächstes betrachte ich diese Themen aus der Sicht unterschiedlicher Marktteilnehmer, wie mittelständischen Unternehmen, Personalberatern oder Jobbörsen. Zu guter Letzt kommen dann noch ein paar kritische Betrachtungen die mit der Digitalisierung einhergehen, die man aber nicht im Recruiting ausblenden darf. Wenn die Leserinnen und Leser bis dahin durchgehalten haben, gibt es noch ein paar Tipps, wie man sich fit machen kann für diese zukunftsträchtigen Themen. Wie das komplette Buch: Möglichst praxisnah.

Eine vielleicht ketzerische Frage: Es ist ja ein Herausgeber Band geworden. Wieso? Wenn ich mir die Inhalte anschaue, würde ich sagen: kanner alles selbst. Zu viel arbeit?

Es gibt in unserer Branche einige Dampfplauderer, die gerne suggerieren oder vielleicht selbst glauben, dass sie alles selbst am besten könnten. Ich weiss hingegen, dass ich von vielen Themen zwar Ahnung habe, aber bei Weitem nicht überall der beste Experte bin. Ich weiss zwar wie Chatbots oder Matching-Algorithmen funktionieren und habe sie schon in Einsatz gehabt. Den größten Mehrwert für meine Leserinnen und Leser sind jedoch die Einblicke von Experten, wie beispielsweise Luc Dudler für Chatbots oder Jo Dierks für Matching und Online-Assessments, die sich permanent mit solchen Themen beschäftigen und sich genau darauf spezialisiert haben.

Ich hab das Buch schon und werde es lesen. Wollen wir zum Schluss noch ein wenig Sales machen: Warum ist das Buch für Einsteiger, Interessierte und auch Fortgeschrittene genau so geeignet?

Das Buch ist für alle geeignet, die sich mit Recruiting beschäftigen – denn das Thema Digitalisierung ist allgegenwärtig und bisher steht das Recruiting hier noch in den Kinderschuhen. Da ist mein Buch ein wunderbarer Überblick über alle Themen und bietet trotzdem noch genug Tiefgang für und Anregungen für die meisten Unternehmen, um sich noch besser aufzustellen und sich für die Zukunft zu wappnen.

Oder um es klar auszudrücken: Wer sich als Arbeitgeber nicht schleunigst besser auf die Digitalisierung im Recruiting vorbereitet, der wird jedes Jahr weiter hinter der Konkurrenz hinterher hinken. Mein Buch ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Tim, ich danke dir und hoffe, dass du bald mal wieder auf einer unserer HR TEC Nights über eines deiner digitalen Themen live in Farbe und Ton berichten wirst.