Eine Frage, die auf den ersten Blick relativ einfach erscheint. Auf den zweiten und etwas fachlich fundierteren Blick kann es dann doch sein, dass hier und da bisschen diskutiert werden könnte. Der Grund ist wie so oft im Recruiting recht easy: es gibt nicht so wirklich ein allgemeines Verständnis darüber was eine Recruiting Strategie ist, was zu einer Recruiting Strategie gehört und was für Funktionen und Aufgaben sie zu erfüllen hat. Und viel wichtiger dann: was für Voraussetzungen braucht, damit sie überhaupt Nutzen stiften kann. Genau dem will ich jetzt einmal bisschen auf die Spur gehen.
Was braucht eine Recruiting Strategie um gut zu sein?
Eigentlich sind immer die ersten Fragen, wenn es um die Entwicklung einer Recruiting Strategie geht was denn alles „rein muss“. Also welche Ziele wollen wir bis wann erreichen und mit welchen Ressourcen planen wir. Oftmals wird aber schon vor der Umsetzung vergessen, dass eine Strategie auch gewisse Bedingungen braucht oder sie auslöst (nicht nur Geld und Kapazitäten) damit sie richtig gut wirken kann. Hier ein paar Beispiele:
- Anschlussfähigkeit Eine Recruiting Strategie kann nur dann Wirkung entfalten, wenn sie konsequent an unterschiedliche strategische Touchpoints angeschlossen ist, so wie beispielswiese an die die übergeordnete HR-Strategie. Ohne diese Verknüpfungen läuft sie Gefahr, isolierte Maßnahmen anzustoßen, die im Gesamtgefüge wenig beitragen.
- Mehre Dimensionen Recruiting ist nie eindimensional – das wissen wir! Diese Mehrdimensionalität macht aber die eine Recruiting Strategie extrem komplex, aber dann auch wiederum super wertvoll. Letztendlich muss mit einer Recruiting Strategie Komplexität reduziert und/oder gemanged werden.
- Ressourcen Nachhaltiger Erfolg im Recruiting hängt nicht eben nicht immer nur von Budgets oder Tools ab, sondern vor allem (und in Zukunft denke ich sogar immer mehr) von Skills und Kompetenzen. Entwickeln wir also einen strategischen Recruiting Ansatz, so wird einhergehend auch neue Recruiting Expertise benötigt und aufgebaut werden müssen.
- Positionierung Eine wie ich finde wichtige und gerne unterschätze Funktion einer Recruiting Strategie ist das was sie intern bewirken kann wenn sie umgesetzt wird bzw. ist. Sie kann eben nicht nur Recruiting besser und exzellenter machen, sondern auch das Recruiting als Dienstleister neu, anders, besser oder überhaupt positionieren und sichtbar machen.
Die Verankerung eines strategischen Recruitings
Jetzt wird es wieder ein wenig theoretisch, aber eine Recruiting Strategie muss oder sollte zumindest auf eine gute thetische und auch organisationale Basis gestellt werden. Hierfür gibt es in der Literatur und Strategieforschung ein paar unterschiedliche Ansätze:
- HR-Architektur Der Ansatz der HR-Architektur ermöglicht es, Unternehmensstrategie und Personalstrategie in Handlungsfelder, Instrumente und Teilstrategien zu übersetzen und Recruiting so direkt in die Architektur einzubinden. Das gelingt nur, wenn Recruiting nicht als Silo betrieben wird, sondern als integrierte HR-Disziplin verstanden wird.
- Strategie Schulen nach Mintzberg Henry Mintzberg hat 10 verschiedene Strategie Schulen, also unterschiedliche Denkansätze von Strategie zusammengetragen die schön aufzeigen, das Strategieentwicklung stark von einem Bewusstsein abhängig ist. Dennoch sind das alles wie gesagt Denkansätze und keine operativen Strategie Frameworks.
- Market-Based View und Resource-Based View Diese beiden Strategieansätze kommen grundlegend auch aus den Strategie Schulen, sind aber recht populär und müssen daher separat betrachtet werden.Bei market-based view würde sich die strategische Ausrichtung von Recruiting vor allem in Richtung Positionierung auf dem Markt drehen und wie sich ein Unternehmen im Wettbewerb gegen andere aufstellt. Bei der resource-based view liegt die strategische Ausrichtung eher auf internen Kompetenzen und Fähigkeiten um Recruiting exzellent durchführen zu können.
Das diese beiden Dimensionen oder Bereiche nicht ausreichen eine gute und nachhaltige Recruiting Strategie zu entwickeln und zu implementieren ist denke ich klar. Ich wollte nur mal aufzeigen, dass es nicht nur operative Perzeptiven gibt. Es kann sogar eher zu Problemen führen, wenn Recruiting Strategien zu einseitig aufgebaut werden. Dann läuft meistens irgendwann irgendetwas schief.
Meine Dienstleistungen
Erfolgreiche Recruiting-Strategien entwickeln
Zukunftsfähige Recruiting-Organisationen gestalten
Dabei verfolge ich das Ziel, Employer Branding, HR-Marketing und Recruiting miteinander zu verzahnen und das Recruiting als strategischen Business Partner im Unternehmen zu etablieren.