Ich greife heute mal wieder eine alte Tradition auf, die Robin vor einigen Jahren begonnen hat: Immer am Beginn eines Jahres veröffentlicht das MIT im Rahmen ihres Technology Review 10 bahnbrechende Technologien, die die Welt verändern. Das ist also keine einfach so daher geschriebene Liste, sondern eine, die Beachtung findet und eben auch von Interesse für Recruiting sein kann und vielleicht es auch sein sollte. Natürlich stehen da jetzt nicht direkt umsetzbare Recruiting Ansätze – es ist eben das berühmte Denken um die Ecke das erforderlich ist, wenn wir von Recruiting Innovationen sprechen. Aber jetzt schauen wir uns ein paar ausgewählte Trends mal an:
Embryo Scoring
Ein Themengebiet, bei dem sich sicherlich die Geister scheiden und eines, dass auch schon mindestens einmal oder sogar zweimal im Report und auch in unseren Blogartikeln aufgetaucht ist. Es geht dabei um eine Technologie, die die DNA erfasst und bewertet. Die Verwendung der Daten sowie eine ethische Einordnung will ich hier nicht machen. Es geht hier darum den Blick direkt aufs Recruiting und hier auch auf das Active Sourcing zu richten: wir hatten in den älteren Artikeln darüber geschrieben, dass mittels solcher Datenbanken ein anderer Ansatz von Sourcing möglich ist, da in der USA Datenbanken legal und öffentlich zugänglich sind. Die neue Technologie erweitert das nun deutlich, weil nun auch weitere Vorhersagen mit einbezogen werden. Dies führt unweigerlich zu (notwenigen) Diskussionen in der Fachwelt aber eben auch schon im führe Prognosen beispielsweise in Richtung möglicher beruflicher Leistungsfähigkeit.
AI Companions
Mit den LLMs ist es nun möglich Chatbots zu hochentwickelten Systemen umzubauen, sodass sie quasi zu einem Art KI-Begleiter im Alltag werden. So knüpfen einerseits immer mehr Menschen tatsächlich eine emotionale Bindung zu „ihrem“ Chatbot und glauben ihm in Teilen sogar bedingungslos. Aufsichtsbehörden in einigen Ländern diskutieren scheints wie mögliche Schutzmaßnahmen vor allem mit Blick auf Abhängigkeit und Sucht aussehen könnten. Für Recruiting kann das nur heißen, dass Chatbots nur mit klaren Cases hinterlegt werden sollten, damit genau das nicht passiert. Egal ob in der Innensicht oder Außensicht dürfen weder Abhängigkeiten noch „blindes Vertrauen“ entstehen. Auf der anderen Seite kann so auch Brand-Loyalität bis zu einem gewissen Rahmen geschaffen werden und die Wahl zum Employer of Choice durch KI-Bots massiv begleitet oder gar beeinflusst werden.
Generative Coding
Durch oder mit KI wird die Art und Weise wie programmiert wird anders, vor allem nimmt die Geschwindigkeit zu wie Websites, Spiele, Anwendungen und Trends entstehen. Vibe Coding wird dieser Trend genannt und birgt laut MIT Report das Risiko der Fehleranfälligkeit der Codes mit sich. Für Recruiting wird das in verschiedenster Hinsicht Herausforderungen mit sich bringen: wenn auf einmal „alle“ schnell und einfach programmieren können, dann werden Bewerbungen nicht mehr das sein was sie mal waren und Touchpoints werden sich ändern müssen. Zudem kommt, dass durch das schnelle Erstellen von Apps und Spielen beispielweise so schnell neue Trends und neue digitale Welten entstehen, dass kaum noch Zeit bleiben wird, diese zu bewerten und für sie ein Recruiting Szenario zu entwickeln bevor schon die nächste „Welle“ da ist. Wir werden in einer immer schnelleren Welt leben.
Hyperscale AI Data Centers
Ein Trend, der unbedingt erwähnt werden muss denn er hat auch zwei Seiten einer Medaille. Die eine Seite betont, dass durch die neuen KI-Modelle die aktuellen Cloud-Architekturen an ihre Grenzen kommen und es neue Speicherplätze benötigt. Da kommen dann die neuen moderne „Hyperscale“-Zentren ins Spiel, die darauf ausgelegt sind die benötige Rechenleistung zu stemmen. Die andere Seite der Medaille ist aber der Energieverbrauch dieser Zentren, der quasi so hoch sein wird wie der einer Kleinstadt. Hier ist KI noch nicht State oft the Art (auch die „aktuelle“ nicht). Mit Blick auf Recruiting heißt das aber eines: es muss sich darauf einstellen, dass es mit komplexeren Modellen deutlich umfänglichere Möglichkeiten gibt. Dies bedeutet der Blick auf KI und das gesamte Berufsfeld muss umfassender und ganzheitlicher werden.
Also ehrlich gesagt waren es dieses Mal Trends, die immer wieder auch Warnungen und eine Art Wink mit dem Zaunpfahl dabei hatten. So war es die letzten Jahre echt nicht. Es scheint so, dass einerseits die Auseinandersetzung mit neuen Trends und Technologien deutlich umfassender geschieht und abgeklärter, dass aber die neuen Entwicklungen in sich nicht immer nur perfekt sind sondern immer unperfekter werden. Dies ist aber meine Einschätzung. Was meint ihr?
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Dabei verfolge ich das Ziel, Employer Branding, HR-Marketing und Recruiting miteinander zu verzahnen und das Recruiting als strategischen Business Partner im Unternehmen zu etablieren.