Wir sprechen verdammt viel über KI im Recruiting und das ist echt gut, denn es ist eine Lernreise, die nicht so schnell enden wird. Wir dürfen aber, und das ist meine Meinung und auch meine Sicht auf KI, uns nicht nur auf die 4-7 Schritte im Recruiting Prozess fokussieren bei denen wir gut und gerne KI einbinden könnten, aber halt dennoch die Zügel in der Hand behalten wollen.

Wenn wir KI und Recruiting in solchen Poolen und zwar als Gegenspieler diskutieren wird eine hybride und symbiotische Zusammenarbeit, die in Zukunft safe kommen wird nicht funktionieren. Das liegt dann aber nicht an der Technologie, sondern am Framing und an der Haltung von Recruiting. Denn wenn wir heute von KI im Recruiting sprechen, dann meinen wir mal nen einfachen Chat mit ner Plattform, einen internen Assistenten oder einen auf der Karriereseite, mal einen Agenten, der eigenständig ganze Prozessketten steuert oder komplexere Systeme. Der Unterschied zwischen diesen Dingen ist würde ich mal behaupten wollen technisch, strategisch und organisational deutlich.

Alle Wege führen zur KI

Beginnen wir mit den „klassischen“ Assistenten, als konversationsbasierte Systeme: Sie analysieren und beantworten Fragen, können z.B. auch Termine vereinbaren und Statusupdates geben. Was sie ausmacht: sie sind allesamt reaktiv, d.h. der Trigger kommt immer vom Menschen: eine Frage, ein Klick, eine Eingabe. Laut Haufe nutzen 59 % der von ihnen befragten Unternehmen KI genau so und mit Blick auf das Recruiting dann beim Verfassen von Stellenanzeigen, beim Erstellen von für Social Media Beiträge sowie für das Formulieren Interviewfragen.

KI-Agenten arbeiten dagegen auf Basis eines definierten Ziels oder eines Ereignisses, planen dafür mehrere Schritte voraus, sprechen mit anderen internen und externen Systemen und führen Aktionen aus und das auch ohne menschlichen Eingriff. Zum Beispiel erkennt ein Agent, dass eine Stelle seit 30 Tagen offen ist und dafür keine qualifizierten Bewerbungen eingegangen sind. Daraufhin analysiert er die Kennzahlen, bewertet die bisherigen Kanäle, identifiziert daraufhin Lücken und schlägt ein neues, überarbeitets Kanalportfolio vor.

KI als Organisationsprinzip

Der nächste, logische Schritt ist, KI in einer tieferen und zwar strukturellen Wertschöpfung zu denken bzw. sie damit zu verzahnen. So wird der Fokus weg von der reinen reaktiven bzw. hybriden Aktivität hin auf die transformative Potenz gelegt, die KI im Zusammenspiel mit Struktur und Organisation hat besitzt. Das bedeutet aber, die Künstliche Intelligenz nicht mehr als reine Arbeitsschritterleichterung zu begreifen, sondern als struktureller Teil der Aufbau- und Ablauforganisation.

Dabei werden derzeit zwei unterschiedliche Ansätze diskutiert, bei denen es in der Tat um eine strategische Ausrichtung von Organisationen in die eine, oder die Richtung geht. Die Frage die sich grundlegend stellt, ist, ob einerseits eine komplementäre KI als Betriebssystem für ganzen Unternehmen verwendet wird oder andererseits sehr komplexe Agentensysteme in die Struktur integriert werden.

McKinsey und Microsoft haben unterschiedliche agentische organisationale Konzepte dafür vorgestellt, wobei die Agentic Firm von McKinsey schon stark in Richtung KI Betriebssystem tendiert und der Ansatz der Frontier Firms von Microsoft Agenten fokussiert und sich in deren KI-Welt tief einnistet.

KI im Recruiting – auf die Wirkung kommt es an

Ich habe es eingangs formuliert: KI ist eine Lernreise für uns alle und vor allem für Unternehmen die sich jetzt aktiv mit der Einführung von Künstlicher Intelligenz beschäftigen. Denn die Transformation wird zwar von einer Technologie ausgelöst und getragen, hat aber viele Auswirkungen auf ein gesamtes Unternehmen.

Recruiting Organisationen geht es hier nicht anders. Ich glaube aber, dass wichtig sein wird KI nicht als Tool, als weitere Software oder Back-Office Hilfe von einzelnen Arbeitsschritten zu verstehen. KI wird Betriebssystem werden, denn einzelne Solo-KI-Anwendungen entfalten schlichtweg zu wenig Wirkung, weil sie eben nicht in Rollen, Prozesse, Daten und Entscheidungslogiken eingebettet ist. Wer das aber tut, der verändert meiner Meinung nach Recruiting grundlegend. Genau das haben wir bei unseren Strategie- und Transformationsprojekten die wir begleitet haben schon deutlich sehen können.

Meine Dienstleistungen

Erfolgreiche Recruiting-Strategien entwickeln

Zukunftsfähige Recruiting-Organisationen müssen innovative und hochwertige Recruiting-Produkte entwickeln und über relevante Kanäle bereitzustellen. Gemeinsam mit Ihnen optimiere ich Ihr Recruiting-Portfolio und Ihre Kanalstrategien und entwickle KPI-Sets zur Messung Ihrer Recruiting-Performance. Da Jobsuchende heute hohe Erwartungen an Unternehmen stellen, helfe ich Ihnen, die richtigen Zielgruppen zu definieren und Ihr Bewerbermanagement zu optimieren, um eine positive Candidate Experience zu schaffen.

Zukunftsfähige Recruiting-Organisationen gestalten

Um in einer Zeit zunehmender Komplexität und Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben, müssen sich Recruiting-Organisationen grundlegend wandeln. Ich unterstütze Sie dabei, ein auf Ihre Organisation abgestimmtes Betriebsmodell zu finden und Ihr Recruiting neu auszurichten.
Dabei verfolge ich das Ziel, Employer Branding, HR-Marketing und Recruiting miteinander zu verzahnen und das Recruiting als strategischen Business Partner im Unternehmen zu etablieren.