Immer wieder und immer noch taucht beim Recruiting und vor allem bei der Ausgestaltung von HR-Marketing-Kanälen die Frage auf, ob Facebook eine relevante Plattform ist. Das Motto des wohl bekanntesten SocialNetworks lautet ja schließlich: „Facebook ermöglicht es Dir, mit den Menschen in Deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen.“ Damit vergleicht sich Facebook mit einer offenen und vor allem sozial vernetzten Welt in unserer heutigen Gesellschaft. Diese Vorstellung lässt sich gut mit dem Facebook Open Graph umsetzen, denn mit seiner Hilfe kann via Social- Plug-ins Facebook bestimmte Funktionen bereitstellen. Allerdings stellt sich die Frage, ob diese Anwendung überhaupt Sinn macht.

Es ist klar, dass die Verweildauer von Nutzerinnen und Nutzer auf einer Webseite steigt wenn sie mitbekommen, dass deren Inhalte von Menschen aus dem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis geteilt wurden. Werden Likes, Shares über Infosheets bereitgestellt „XYZ hat gefallen“ oder „XYZ hat kommentiert“ führt dies ebenfalls zu einer höheren Clickrate. Diese Erkenntnis macht sich Facebook zunutze und stellt über seine Social Graph Schnittstelle Apps für Websites zur Verfügung, die das Verhalten von Personen, Freunden, Gruppen visualisieren aber auch auf der anderen Seite Informationen sammeln. Eine spannende Möglichkeit, mit zwei Seiten einer Medaille.

What does Facebook knows about you?

Facebook sammelt bekannterweise alle möglichen Informationen und erstellt so ein umfassendes und detailliertes Account-Profil von allen Usern. Klicks auf Fanpages, Mitgliedschaften in Gruppen, selbst die Basisdaten bei der initialen Registrierung werden für die ePersona verwendet und weitergehend für die automatische Personalisierung von Werbeeinblendungen und anderen Webdiensten herangezogen oder ermöglichen gar anonymen Zugang zu externen Apps und Webseiten. Hierfür wird unter anderem der Social Graph eingesetzt („Anmelden mit Facebook“), der dann in beide Richtungen auch Bewegungsdaten austauscht und somit zur Profilanreicherung beträgt.

Auf der einen Seite kann dies als Eingriff in die Privatsphäre gedeutet werden, doch auf der anderen Seite bringt dieses Vorgehen nicht nur Nachteile mit sich. Durch die umfangreiche Sammlung von Informationen insbesondere auch auf Seiten Dritter und nicht nur auf Facebook selbst, kann die Plattform ein umfangreiches Wissen bereitstellen, das für die Ausspielung von Werbung oder das Angebot von passenden Dienstleistungen verwendet werden kann. Es ist daher nicht verwunderlich, dass in einem HR-Marketing-Mix Facebook-Kampagnen immer im vorderen Drittel in Bezug auf Performance sowie Preis/Leistung liegen.

Da seit dem 01. August 2018 die Berechtigung von der Facebook-Anmeldung nicht mehr erlaubt ist, können somit die Open-Graph-Apps keine benutzerdefinierten Open-Graph-Meldungen mehr veröffentlichen. Stattdessen können nur die Dialogformate wie „Teilen“ in Facebook verwendet werden. Alleine durch diese Funktion können somit organische Reichweiten erzielt werden, die einen höheren Trust haben wie Paid-Content. Daher macht es Sinn, neben einer guten Facebook-Seite auf ein gutes Community-Management zu setzen und vor allem „Shareable Content“ anzubieten damit die „versteckten“ Vorzüge der Plattform auch genutzt werden können.