Wir wissen im Grunde alle, dass Social Media Recruiting in jeden guten Recruiting Kanal Mix gehört und aus modernen Recruiting Ansätzen schlichtweg nicht mehr wegzudenken ist. Die klassischen Fragen wo sich denn welche Zielgruppen aufhalten und welchen Content sie dann in den jeweiligen Netzwerken am liebsten konsumieren löst sich immer mehr auf. Genügend Gründe dafür, dass es immer mehr angezeigt ist nicht mehr ad hoc sondern geplant Social Media Recruiting zu betrieben. Für dieses geplante Vorgehen gibt es verschiedene Herangehensweisen und Frameworks, von denen ich immer mal wieder eines herausgreife. Heute will ich ein Vorgehen vorstellen, das in sechs Schritten zu einer ganzheitlichen Social Media Recruiting Strategie führt:

Recruiting Ziele

Klar ist, bevor es an die Auswahl von Kanälen und an die Erstellung von Content geht, muss die Zielsetzung des Social Media Engagements geklärt werden. Es gibt da unterschiedliche Planungsperspektiven, die dabei berücksichtigt werden können: eine 3-Jahresplanung, die dann als strategische Planung gilt, eine Planung zwischen 1 und 3 Jahren, die dann als mittelfristig bzw. taktisch bezeichnet wird und eine Planung unter einem Jahr, die als operative Planung gilt. Für alle Planungsperioden sollen im besten Fall überprüfbare Ziele festgelegt werden.

Zielgruppe

Sind die die Ziele festgelegt, also z.B. Vermarktung der Employer Brand, Bewerbungen für Stellen Cluster oder einzelne Stelle, sprich Erhöhung Reichweite, Aufbau Follower oder mehr Interaktion und Conversion – dann stellt sich die Frage nach den Zielgruppen: in welchen Zielgruppen sollen die festgelegten Ziele verwirklicht werden? Haben wir uns auf Zielgruppen festgelegt, geht es im nächsten Schritt an die Analyse der Zielgruppen, den Interessen, den Use-Cases etc.. Hier helfen unter Umständen auch Thrid-Party-Data weiter.

Botschaften

Haben wir eine Employer Brand, dann steht in aller Regel zumindest ein kommunikatives Grundgerüst bereit, dass nun für die Zielsetzung und für die Zielgruppen operationalisiert werden muss. Hierfür gibt es im Prinzip unterschiedlichste Vorgehen die von eigenen Ideensammlungen bis hin zur Unterstützung von Kreativagenturen reichen. Um erste Ideen zu kreieren und auch den notwenigen Perspektivwechsel zu bewerkstelligen sind die User-Stories ein einfacher Ansatz.

Social Media Kanäle

Viele haben darauf vielleicht schon gewartet, aber jetzt kommt erst die Auswahl der geeigneten Kanäle. Es zeigt sich auch in den anderen bereits vorgestellten Frameworks, dass die Kanalauswahl immer erst einer der letzten Schritte im Rahmen von strategischen Vorgehen darstellen und das aus guten Gründen. Die Wege zum richtigen Kanal können recht vielfältig sein: entweder man justiert bestehende Unternehmenskanäle nach oder man zieht externe Informationen wie z.B. Recruiting Daten hinzu, um eine valide Datenbasis zu erlangen. 

Funnel & Content

Dies ist nun ein eher aus dem vertrieblichen Kontext stammender Schritt, aber für das Recruiting auch nicht zu vernachlässigen. Hier nennen wir das Ganze Candidate Journey. Sie muss immer mitgedacht und geplant werden. Heißt, alle Touchpoints zum Kanal und alle Touchpoints weg vom Kanal müssen auf Konsistenz und Usability überprüft werden. Denn eine gute Candidate Experience muss immer und überall gewährleistet sein.

Redaktionsplan

Zu guter Letzt macht es durchaus Sinn Content zu planen und in einem Redaktionsplan zu hinterlegen. Neben der Planung von Content würde sich eine direkt zugeordnete Erfolgsmessung empfehlen, dann kann der Content direkt auch bewertet und für die Ergebnisse für die weiteren Planungen berücksichtigt werden.