In heutigen Recruiting-Zeiten darf man es sich nicht leicht machen, wenn es darum geht, die richtigen Ausschreibungskanäle für seine Stellenausschreibung zu finden. Auf der einen Seite haben im letzten Jahr insgesamt 62,9 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland das Internet sowohl privat als auch geschäftlich genutzt. Ob Smartphone, Tablets oder Laptops: die technischen Hilfsgeräte sind ständig als Begleiter am Start und somit sind unsere Zielgruppen immer über mehrere Stunden pro Tag online. Aus diesem Grund ist auch ein Wandel im Recruiting notwendig. Auf der anderen Seite ist es offensichtlich: „Tot Gesagte leben länger“ und „Print ist nicht tot“! Stellenanzeigen in Magazinen und Zeitungen, Ausschreibungen auf Plakatwänden oder die Teilnahme an Jobmessen sind nach wie vor Teil eines guten Recruiting-Portfolios. 

Die Klassiker

Online-Jobbörsen

Die wohl meistbenutze Möglichkeit Stellen auszuschreiben sind Online-Jobbörsen. Sie decken im Großen und Ganzen jegliche Berufskategorien ab und weisen eine gute Reichweite, sowohl für Arbeitgeber als auch für potentielle Bewerberinnen auf. Durch einen derzeit merkbaren Rückgang organischer Reichweite muss man sehr darauf achten, welche zusätzlichen Services die Jobbörse seines Vertrauens anbietet.

Karriereseite

86 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber informieren sich online vorder Bewerbung auf den Webseiten ihres Wunscharbeitgebers. Deshalb sind und bleiben Karrieseseiten das Maße der Dinge im Recruiting. Mittlerweile lassen sich auch verschiedene strategische „Spielweisen“ mit zielgruppenspezifischen Landingpages erkennen.

Messen und Absolventenfeier

Eine zielgerichtete Variante gibt es in der Regel nicht. Denn gerade bei Messen ist eine direkte Kontaktaufnahme zu Personen, die auf der Suche nach den ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt sind, möglich. Das Nachhalten von Kontakten wird durch durchdachte technische Lösungen mittlerweile immer besser möglich sodass Messen immer mehr zum Lead-Nurting genutzt werden können.

Printmedien

Ein fester Bestandteil ist für manche Zielgruppen nach wie vor eine Anzeige im passenden Medium. Auch im Bereich der Out-of-Home Medien lassen sich immer mehr Print-Produkte in Verbindung mit Recruiting finden. Zudem können AR und VR-Elemente oder auch der klassische QR-Code die Printmedien online zielgerichtet verlängern.

Die Modernen

Soziale Netzwerke

Social Media Recruiting ist eine sehr wichtige und reichweitenstarke Recruiting-Methode. Sie unterliegt aber auch einer gewissen Dynamic und Vielfältigkeit die beherscht werden muss. Neben den unzähligen Networks sind auch die unterschiedlichen Arten der möglichen Werbeschaltungen zu kennen: Social Ads, Native Posts, Video-Snippets um nur einige zu nennen.

Business Netzwerke & Arbeitgeberbewertungsplattformen

In Deutschland scheinen sich derzeit 2 Netzwerke im Business-Kontext zu etablieren: Linkedin und xing. Beide haben mittlerweile deutlich unterschiedliche Kernausrichtungen und Herangehensweisen an Community-Building, Reichweite, Daten und auch an Recruiting hat. Somit müssen beide Netzwerke intensiv für geplanten Einsatzszenarien studiert werden bevor eine Entscheidung getroffen werden kann.

Active Sourcing

Active Sourcing gilt nach wie vor als „Geheimwaffe“ für leere Talent-Funnel. Dem ist aber auch nicht mehr so, denn Sourcing richtig und qualitativ gut durchgeführt bedeutet harte und gute Arbeit. Daher muss es auch in Unternehmen klar sein, dass Massengeschäft im Sourcing nicht zielführend ist und für das richtige und zunehmend netzwerkbasierte Sourcing es Spezialisten und Ressourcen benötigt.

Matching Plattformen

Die online Recruiting-Plattformen beginnen mit ihren Daten zu arbeiten und wollen Bewerberinnen und Unternehmen bei dem gegenseitigen finden proaktiv unterstützen. Erste Matching-Plattformen sind schon auf dem Markt und zunehmend funktionierenden Maschine-Learning Algorithmen werden diese Plattformen besser und auch die Zukunft des Recruiting mitbestimmen.

Talent-Networks

Talent-Pools oder eben Talent-Netzwerke gab es schon immer und sie werden derzeit wieder wichtiger. Rückgehende Bewerbungseingänge, knappe Märkte, neue Jobprofile und Costreduction machen einen neuen Blick auf das Recruiting nötig. Netzwerke aus Recruiting-Bekanntschaften ist dabei sicherlich ein lohnender.

 

Die Challenge – Flexibilisierung und Individualisierung zugleich

Sicher sind hier nicht alle Recruiting-Kanäle erwähnt, nicht tiefgreifend genug beschrieben und auch nicht in der ganzen Breite für eine moderne Recruiting-Organisation erfasst. Dennoch soll aufgezeigt werden, dass es mehr braucht, als die Fixierung auf 2-3 Standard-Kanäle die immer zum Einsatz kommen. Es benötigt ein flexibles handlungsfähiges Modell, welches sich recht schnell auf neue Recruiting-Situationen einstellen und sie lösen kann. Das Modell das ich dafür entwickelt habe nenne ich das Burger-Strategie-Modell.

Hier spreche ich im Podcast von Luisa Spardel von recruitee genau über diese Themen und stelle auch den Strategie Burger für das Recruiting kurz vor. Hier geht’s zu Podcast: Link