Ich denke einige von uns kennen noch den schwarzer Pontiac Firebird Trans Am namens K.I.T.T. der mit seinem Besitzer Michael Knight, gespielt von David Hasselhoff in der gleichnamigen Serie auf Verbrecherjagt gingt. K.I.T.T. war dabei ein recht spezielles Auto, ausgestattet mit einer Sprachschnittstelle, Künstlicher Intelligenz, einem Multifunktions-Scanner, Silent Mode und den bekannten Super Pursuit Modesowie Microjam. Alles perfekt um auf die Jagt zu gehen. K.I.T.T. (Knight Industries Two Thousand) konnte alles um Menschen aufzuspüren, sie zu analysieren und sie dingfest zu machen. Würde eigentlich auch fürs sourcen passen.

Interessant finde ich, dass uns viele Serien, auch zum Beispiel Raumschiff Enterprise vorführen, wie sich die damaligen Serien-Macher unsere heutige Welt aus futuristisch technologischer Perspektive vorgestellt haben. Dabei finde ich besonders auffällig, dass das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine über verschiedene Schnittstellen hinweg reibungslos zu funktionieren scheint und die Maschinenintelligenz umfassend trainiert und hochgradig leistungsfähig ist. So war die Sichtweise damals – heute wissen wir natürlich mehr. Leider wissen wir aber nicht, wie die Zukunft aussehen wird. Daher werde ich einmal versuchen eine Zukunftstechnologie unter die Lupe zu nehmen und mir ein paar Mythen rund um die KI anschauen und dabei ein wenig den Recruiting-KI-Mythbuster spielen.

Mythos 1: KI ist neu

Wir kennen KI und vor allem die superintelligenten Systeme und Tools schon seit Jahren aus verschiedenstenScience Fiction Serien. Dort noch Fiktion, wird heutzutage KI immer mehr Realität und erhält Einzug in unseren beruflichen und privaten Alltag. Dies spiegelt sich auch in den technologiebezogenen Berichterstattungen wider, die nahezu durchweg explizit oder implizit zur KI Bezug zu nehmen. Auch im Recruiting hat die KI Einzug erhalten und ist ein präsentes Thema. Endlich haben wir also unterschiedlichste und praktikable Anwendungsarten und -szenarien. Jedoch ist der Begriff und die Idee eine KI zu entwickeln schon recht alt und stammt aus dem Jahr 1955. Professor John McCarthy von der Stanford University gilt als ihr Begründer und führte erste Grundlagenforschung zu „Artificial Intelligence“ durch. Der Grund wieso KI letztlich so einen Schub bekommt liegt unter anderem in den stetig wachsenden Datenmenden, dem Cloudcomputing und dem Anstieg der Rechenleistung.

Mythos 2: Es kann nur eine geben

Die schon fast inflationäre Verwendung des Begriffs „Künstliche Intelligenz“ für nahezu alle Softwarelösungen die es im Recruiting und im Personalmarketing so gibt, hat dazu geführt das KI in den letzten Jahren vor allem zum Marketing-Label verkommen ist .„KI-Inside“ als Produktzusatz verschwindet aber zusehends wieder. Ob dies am wachsenden Wissenstand der Anwenderinnen oder am schlechten Gewissen der Anbieter liegt kann man nur mutmaßen. Grundlegend kann und sollte zwischen „Künstlicher Intelligenz“ und „Maschine Learning“ unterschieden werden. KI wird oft als Oberbegriff verstanden und fasst alle Technologien zusammen, die auch für menschliche Intelligenz gehalten werden könnte. Das bedeutet, das KI abstrakt ausgedrückt dafür sorgt, dass Maschinen oder Plattformen ihre Aufgaben so erfüllen, wie es ein menschliches Gehirn auch tun würde. KI ist also ein selbstlernendes System, dass sein Verhalten auf Grundlage gewonnener Erkenntnisse und Verarbeitung dieser Daten autonom anpassen kann. Bei Maschine Learning, als Teil der KI, geht es vordergründig um Mathematik und um Algorithmen und darum, wie ein Computer lernt. Die Fragen die Maschine Learning vor allem beantwortet sind die nach der Verarbeitung und Nutzung von riesigen Daten aus unterschiedlichen Quellen. Maschine Learning sorgt im Grunde dafür das KI besser funktionieren kann. Die meisten Lösungen die wir im Recruiting und Personalmarketing sehen besitzen wenn überhaupt Ansätze des Maschine Learnings. Nur wenige Anbieter haben „echte“ KI im Einsatz.

Mythos 3: KI rationalisiert uns alle weg

Eine Frage, die uns sicherlich alle beschäftigen kann und wird, vor allem dann, wenn sich unser unsere Unternehmen zunehmend auf Maschinenintelligenz verlassen. Im Recruiting bieten sich viele Möglichkeiten respektive Arbeitsvorgänge, die sehr nah am transaktionalen Prozessgeschehen liegen und somit lohnenswert erscheinen für KI oder ML Anwendungen zumindest zu durchdenken. Daher liegt die Frage schon nahe, wie die Zukunft des Recruiting aussehen kann, wenn intelligente Systeme tiefer in die Wertschöpfung Einzug erhalten. Ich habe bei der Recherche keine konkreten Aussagen in die ein oder andere Richtung finden können. Ein Tenor scheint jedoch zu sein, dass jede technologische Entwicklung nicht wirklich Arbeitsplätze kostet, sie aber verändert. Und das finde ich ein sehr gutes Gedankenspiel auch für uns im Recruiting zu sein. Denn hier sind wir nun an der Reihe uns nicht gegen den technologischen Fortschritt zu wehren, sondern mit ihm zu wachsen und den Change, der unweigerlich eintreten wird mit zu gehen. Dies erfordert auch, so die einhellige Meinung, deutlichen Kompetenzaufbau um mit den neuen Technologien erfolgreich arbeiten zu können.KI wird einiges an Arbeit optimieren und ja, auch „wegnehmen“, weil sie einiges schlichtweg schneller, zuverlässiger und besser kann. Wir werden im Recruiting eine Co-Existent aufbauen müssen, die uns erlaubt diese intelligenten Technologien mit menschlichen Gesichtspunkten intelligent zu nutzen.

Mythos 4: KI ist immer objektiv

Auf der einen Seite haben viele Menschen Angst davor, dass KI irgendwann die Steuerung von allem übernimmt weil sie immer mehr wie ein Mensch denkt und handelt. Ein wenig habe ich es ja schon angedeutet: KI und ML sind Programmierungen, die in allererster Linie Dinge ausführen und im Grunde auch nicht mehr. Auf der anderen Seite sollte dann natürlich auch zu erwarten sein, dass so eine Software immer objektive Entscheidungen treffen kann. So ganz scheint dies aber nicht zuzutreffen, denn es gibt Gründe, wieso dem nicht so ist. Einer dieser Gründe liegt im Menschen selbst begründet, der die KI programmiert, im laufenden Betrieb Eingaben durchführt, Regeln erstellt und so auf Entscheidungsfindungen der KI maßgeblichen Einfluss haben kann. Sind diese Eingriffe zu stark vom Denken der handelnden Personen geprägt, kann die KI nicht mehr objektiv arbeiten. KI trifft des Weiterem Entscheidungen auf Basis großer Datenmengen. Um Entscheidungen präzise treffen zu können, muss KI trainiert werden und muss oftmals manuelle Rückmeldungen erhalten. Wird die KI aber mit verzerrten, fehlerhaften oder vorbelastetem Daten trainiert, wird sie auf dieser Basis falsche, und eben keine objektiven Entscheidungen treffen können. Die KI an sich merkt nicht das sie falsch, oder nicht objektiv entscheidet, da sie auf Basis ihrer Datenlagen alles „richtig“ macht. Anbieter, die nicht konkret aufzeigen können wie ihre KI trainiert wurde und auf welcher Basis Entscheidungen getroffen werden sind daher immer kritisch zu hinterfragen.

Diese vier wahllos herausgegriffenen Mythen sollen aufzeigen, dass um KI und Technologie im Allgemeinen immer recht viel Sagen und Mythen geistern, die es gilt aufzuklären. Denn der Technologieeinsatz im Recruiting wird weiter eine wichtige Rolle spielen und intelligente Systeme werden zunehmen. Wir im Recruiting müssen lernen sie zu verstehen und müssen lernen wo es gilt Fragen zu stellen damit wir mögliche Fehlerquellen vermeiden können. Wir haben eben nicht alle einen K.I.T.T. der uns aus jeder Situation problemlos herausholen kann. Wär aber auch zu einfach 😀

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