Im Grunde haben wir alle immer ähnliche Fragen, wenn wir dabei sind neue Online Recruiting Maßnahmen aufzusetzen oder bestehende HR-Marketing Kampagnen zu bewerten. Die Antworten dafür zu finden wird nicht nur gefühlt immer schwieriger, sondern ist Fakt, da das User-Verhalten in den Social Networks eher als diffus zu beschreiben ist. Lineare Contentstrategien oder typische User-Gruppen werden immer rarer und so müssen wir uns immer mehr Methoden aneignen und vor allem auch mit Technologie unterstützen, die es uns möglich machen genau diese Lücken so gut es geht zu schließen. Eine davon ist das Social Listening.

Social Listening – was ist das?

Kurz gesagt geht es beim Social Listening um die Überwachung sämtlicher Social-Media-Kanäle eines Unternehmens. Hier muss aber direkt eine wichtige Unterscheidung getroffen werden, und zwar die hin zum Social-Media Monitoring. Das Social-Media Monitoring versucht vor allem kennzahlenbasiert in die Vergangenheit zu blicken und alle dort vorhandenen Daten zusammenzutragen. Der Ansatz des Social Listenings erweitert diese Betrachtung und fügt dem Zahlenwerk eine vorausschauende Analyse- und Maßnahmenperspektive hinzu. Zudem versucht Social-Listening Stimmungsbilder einzufangen und diese in die Planungen mit einfließen zu lassen.

Social Listening – wie einsetzen?

Somit liefert das Social Listening deutlich wertvollere Datensätze, die in aller Regel durch den Einsatz spezieller Software bereitgestellt und auch analysiert werden. Aus den Ergebnissen lassen sich auch unterschiedliche strategische Ansätze ableiten:

Markengesundheit.

Dies ist ein Begriff aus der Markenführung und soll die Wahrnehmung der Unternehmensmarke in der Öffentlichkeit beschreiben. Hier können wir aus dem Recruiting und in diesem Fall aus Employer Branding Sicht messen, wie die Wahrnehmung der Arbeitgebermarke ist. 

Einblicke in die Branche.

Es lassen sich bestimmte inhaltliche Diskussionen oder auch bestimmte Hashtags abbilden, die Meinungsführer:innen herausstellen um so zu sehen welche Themen in einem bestimmten Segment oder einer bestimmten Branche aktuell (von wem und wo) diskutiert werden.

Wettbewerbsanalyse.

Eigentlich eine recht klassische, aber dennoch nicht zu unterschätzende Angelegenheit: die Beobachtung der Kolleginnen und Kollegen. So können Rückschlüsse auf eigene HR-Kampagnen und Recruiting-Ansätze gezogen werden. 

Kampagnen-Analyse.

Dies ist wohl eine der spannendsten Möglichkeiten die Social Listening bietet: Berichte zur Effektivität einer Kampagne. Wir fragen uns doch oft, ob die HR-Marketingkampagne, die wir gerade lanciert haben, auch passt und die Zielgruppen erreicht. Ein paar Antworten darauf können wir hier erfahren.

Ereignis-Monitoring.

Ein mehr punktueller und zeitlich begrenzter Einsatz ist die Überwachung während einer Veranstaltung, um so herauszufiltern was „gerade läuft“ und ob Maßnahmen ergriffen werden müssen. Dies kann spannend sein, wenn Karrieremessen einen starken Fokus auf Online-Kommunikation haben.

Ich finde die Ansätze des Social Listening nicht nur spannend, sondern auch unheimlich hilfreich, auch wenn für die Nutzung der Software kostenpflichtige Zugänge und doch ein wenig Übung benötigt werden. Nachdem ich das aber ein paarmal in Projekten eingesetzt habe, bin ich in Bezug auf manche der genannten strategischen Ansätze echt überzeugt, da sie einen echten Mehrwert für Recruiting Organisationen liefern können.