Gerade in Zeiten, in denen digitales Bewerben und digitale Touchpoints immer wichtiger werden, muss der digitalen Candidate Journey ein besonderes Augenmerk geschenkt werden. Ist sie einmal durchdeklariert und der entsprechende Content optimiert ist das prima, aber leider bleibt die Welt da draußen nicht stehen. So müssen wir uns auch immer mal mit den aktuellen Trends in Bezug auf die Candidate Journey beschäftigen und überprüfen, ob unsere eigene Journey ggf. die ein oder andere Anpassung benötigt. Denn eins habe ich bei der Recherche immer wieder gesehen: negative Erfahrungen, selbst schon im Rahmen der Journey führen zum Abbruch und werden dazu noch um ein Vielfaches öfter im Netzwerk und Freundeskreis geteilt. Dagegen werden positive Erlebnisse nur selten geteilt und eher auch als „normal“ voraussetzt. Grund genug sich immer wieder selbst zu hinterfragen!

Business as Social

Das ist eine Entwicklung, die ich selbst so nicht kannte, aber echt superspannend finde. Hinter diesem Trend verstecken sich gleich verschiedene Trigger die zusammengenommen eine größere Strömung ausmachen. Durch die aktuelle Lage sind wir alle deutlich Länger im Netz und kaufen dort auch mehr ein. Daraus ergeben sich zwei Effekte: zum einen wird Werbung mitsamt ihren Botschaften und Bildern viel aufmerksamer wahrgenommen und überprüft. Zum anderen müssen wir uns auf diese Werbebotschaften verlassen, da wir z.B. Kleidung nicht probieren können. Der daraus entstandene Trend ist das Business as Social: Hier schließen sich Käufergruppen zusammen und beratschlagen gemeinsam, ob sie das beworbene Produkt kaufen sollen. Der Browser Chrome bietet hierzu bereits eine Extension an und ein TV-Sender bietet die Möglichkeit Produkte, die in Videoclips zu sehen sind, quasi in Echtzeit zu kaufen. Setzt sich dieser Trends fort, dann kann es sein, dass über Unternehmen vor der Bewerbung in Foren diskutiert und quasi in Echtzeit während des Bewerbungsprozesses online berichtet wird.

Hyper-Personalisierung

Erst Personalisierung und jetzt auch noch „Hyper“? Nein Scooter ist nicht wieder in den Top10. Es ist aber echt ein Trend, wenn man ein wenig genauer drauf schaut: Wir alle bekommen mittlerweile persönliche Werbung, egal was, alles ist personalisiert oder lässt sich zumindest personalisieren. Das ist im Grunde überhaupt nichts Neues. Was sich aber in der letzten Zeit enorm zu ändern scheint ist die Erwartungshaltung, genauer unsere Erwartungshaltung gegenüber dieser Werbung. Wir erwarten mittlerweile das sie personalisiert ist und sich personalisieren lässt. Ist dies nicht der Fall, kann das mitunter auch zum Abbruch führen. Schauen wir uns nun einmal den Bewerbungsprozess an und hier zum Beispiel die Kommunikation, die aus den Bewerbermanagement-Systemen versendet wird, so haben wir denke ich doch noch einen weiten Weg der vor uns liegt.  

Fix, Fix

Hier will ich zum Abschluss ein paar Trends unterbringen, die im Grunde auf das gesamte Erleben innerhalb der Candidate Journey einzahlen. Allen voran ist die Schnelligkeit und vor allem die Reaktionsgeschwindigkeit in der Echtzeitumgebung hervorzuheben. Ladzeiten von über 3 Sekunden führen laut Google bei 55% von Websitebesucher:innen zum Abbruch. Des Weiteren wollen wir auch direkte Rückmeldung: Melde ich mich an, mache ich einen Test oder will ich einen Gesprächstermin, dann muss ich sofort Rückmeldung bekommen und die Möglichkeit haben Termine zu vereinbaren. Die schnelle Bedürfnisbefriedigung ist in den online Medien höher denn je. Dazu muss ein sogenanntes conversational UX bereitgestellt werden das in aller Regel auf Chatbots und vor allem auch auf Sprachsteuerung zurückgreift. Also viel zu tun für eine digitale Candidate Journey